Jamie*, 40 Jahre

 

Essen bedeutete für mich immer alles Mögliche – nur nicht Genuss. Es gab viele verschiedene Phasen in meinem Leben, in denen ich mit sehr viel oder auch sehr wenig Essen einen Weg gesucht habe, verschiedene psychische Belastungen auszugleichen. 

Dass mein Essverhalten bereits seit meiner Kindheit nicht „normal“ war, habe ich erst sehr viel später realisiert.

„Ein paar Kilo weniger wären das i-Tüpfelchen auf meinem Glück.“

Als Teenager rutschte ich in eine gefährliche Magersucht, die auf einer sehr schwierigen Beziehung zu meinem Vater basierte. Er war ehrgeizig und erfolgreich und ich konnte seinen Ansprüchen nie gerecht werden. Dadurch fühlte ich mich minderwertig und ungeliebt, da ich in seinen Augen nie genug „Leistung“ erbrachte. Leider kompensierte ich dies über ein extrem kontrolliertes Essverhalten und zeigte damit meinem Vater: Schau her – das ist es, was ich richtig gut kann. Beim Essen hatte ich die volle Kontrolle und interpretierte dies fälschlicherweise als „tolle Leistung“. Das ging so lange, bis ich so stark abgemagert war, dass ich in eine Klinik eingewiesen wurde. Dort lief dann die Therapie an, die daraus bestand, mich quasi „dick zu füttern“. Das Resultat war, dass damit für mich die nächste Essstörung begann, und aus der Magersucht wurde eine Fettsucht. Das Essen gegen Kummer war einer der Hauptgründe, warum ich irgendwann 100 Kilo bei 1,65 Metern wog – das entspricht einem BMI von 36,7 und Adipositas Grad II. Es war mir meistens gar nicht klar, wie viel ich tatsächlich zunahm.
„Ein paar Kilo weniger wären das i-Tüpfelchen auf meinem Glück.“

Als Teenager rutschte ich in eine gefährliche Magersucht, die auf einer sehr schwierigen Beziehung zu meinem Vater basierte. Er war ehrgeizig und erfolgreich und ich konnte seinen Ansprüchen nie gerecht werden. Dadurch fühlte ich mich minderwertig und ungeliebt, da ich in seinen Augen nie genug „Leistung“ erbrachte. Leider kompensierte ich dies über ein extrem kontrolliertes Essverhalten und zeigte damit meinem Vater: Schau her – das ist es, was ich richtig gut kann. Beim Essen hatte ich die volle Kontrolle und interpretierte dies fälschlicherweise als „tolle Leistung“. Das ging so lange, bis ich so stark abgemagert war, dass ich in eine Klinik eingewiesen wurde. Dort lief dann die Therapie an, die daraus bestand, mich quasi „dick zu füttern“. Das Resultat war, dass damit für mich die nächste Essstörung begann, und aus der Magersucht wurde eine Fettsucht. Das Essen gegen Kummer war einer der Hauptgründe, warum ich irgendwann 100 Kilo bei 1,65 Metern wog – das entspricht einem BMI von 36,7 und Adipositas Grad II. Es war mir meistens gar nicht klar, wie viel ich tatsächlich zunahm.
„Ein paar Kilo weniger wären das i-Tüpfelchen auf meinem Glück.“

Letztendlich habe ich 20 Jahre lang alles versucht, um wieder abzunehmen – von Pulver bis Pillen. Das hat allerdings nie den gewünschten Erfolg gebracht und es entwickelte sich der klassische Jo-Jo-Werdegang bis hin zur Diagnose: Prä-Diabetes. Das war für mich ein echtes Warnsignal und ich machte mir zum ersten Mal wirklich Sorgen um meine Gesundheit. In der ganzen Zeit habe ich immer mal wieder versucht, mit Mediziner*innen über das Thema Gewicht zu sprechen, aber ich hatte nie das Gefühl, dort wirklich Unterstützung zu bekommen. Dabei halte ich es für sehr wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt zu finden, die oder der eine ganzheitliche Behandlung anstrebt – also eine Kombination aus Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und auch medikamentöser Unterstützung.
„Ein paar Kilo weniger wären das i-Tüpfelchen auf meinem Glück.“

Letztendlich habe ich 20 Jahre lang alles versucht, um wieder abzunehmen – von Pulver bis Pillen. Das hat allerdings nie den gewünschten Erfolg gebracht und es entwickelte sich der klassische Jo-Jo-Werdegang bis hin zur Diagnose: Prä-Diabetes. Das war für mich ein echtes Warnsignal und ich machte mir zum ersten Mal wirklich Sorgen um meine Gesundheit. In der ganzen Zeit habe ich immer mal wieder versucht, mit Mediziner*innen über das Thema Gewicht zu sprechen, aber ich hatte nie das Gefühl, dort wirklich Unterstützung zu bekommen. Dabei halte ich es für sehr wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt zu finden, die oder der eine ganzheitliche Behandlung anstrebt – also eine Kombination aus Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und auch medikamentöser Unterstützung.

Bei mir war es zum Glück so, dass ich mir durch meinen Job als Pharmaberaterin sehr viel Wissen selbst aneignen konnte. So habe ich überhaupt erst erfahren, dass es verschreibungspflichtige Medikamente gibt, die zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung und mehr Bewegung helfen können, das Gewicht dauerhaft zu senken.

Mir hat ein Medikament sehr geholfen, Schritt für Schritt das Gewicht abzubauen – aber letztendlich ist es natürlich auch eine Einstellungssache rund um Körper und Psyche. Tatsache ist ja, dass jede „Gewichtsreise“ ihre Höhen und Tiefen hat.

Ich habe auch mal zwei bis drei Kilo zugenommen, was aber ganz normal ist und für niemanden ein Weltuntergang sein sollte. Einfach wieder mit dem Abnehmprogramm anfangen und dranbleiben.

Es hat mich viel Geduld gekostet, aber heute kann ich sagen: Ich kann mein Essen genießen und denke nicht ständig darüber nach, die Kalorien zu zählen. Denn das Hungergefühl wird weniger und ich bin schneller satt – ein tolles Gefühl.

Meine Tipps für alle, die nach Unterstützung suchen:

  • sich Ärztinnen oder Ärzten anvertrauen, sie gezielt auf das Thema Übergewicht ansprechen und sich ein individuelles Abnehmkonzept erstellen lassen. Jeder findet seinen eigenen Weg.
  • bei der Recherche im Internet unbedingt nach seriösen Quellen suchen; viel vergleichen und auch hinterfragen.
  • sich nicht durch Social Media oder Influencer verunsichern lassen oder alles glauben, was veröffentlicht wird. Es gibt sicher viele ehrliche Influencer, aber die meisten vermitteln leider ein falsches Bild und führen einen im schlimmsten Fall in eine gefährliche Richtung.
  • ganz wichtig: damit aufhören, sich mit anderen zu vergleichen. Sich immer sagen: Ich bin ich. Jeder Körper ist unterschiedlich und jeder Mensch braucht ein eigenes Therapieprogramm.

 

Mein Mantra lautet: „The comeback is always stronger than the setback.“

 

*Name von der Redaktion geändert.